Kinder lernen in Herda Streit mit Worten statt mit Fäusten

  • Jannik, Aron, Florian, Marek, Max, Niklas und Mike Stellmacher bilden ein Ziehteam an der Turnmatte, doch die Mädchen sind stärker. Foto: Heiko Kleinschmidt Jannik, Aron, Florian, Marek, Max, Niklas und Mike Stellmacher bilden ein Ziehteam an der Turnmatte, doch die Mädchen sind stärker. Foto: Heiko Kleinschmidt
Jungen gegen Mädchen. Jugendsozialarbeiter Mike Stellmacher rückt die Turnmatte zurecht, platziert die Wettkampfgruppen und lässt sie diese Matte ziehen. Die Mädchen sind Sieger und haben bewiesen: Auch das schwache Geschlecht kann sich durchsetzen.
Herda. Gemeinsam und mit Selbstbewusstsein geht es besser. Diese Erkenntnis vermittelt Mike Stellmacher in diesen Tagen in der Herdaer Kinder-Arche, eine Kindertagesstätte der Diakonia.

Dort beschäftigen sich der Nachwuchs derzeit mit dem Projekt "Ich bin ich" und lernt sich besser kennen. Eine Portion Selbstbewusstsein ist da von Vorteil. Und das weiß Mike Stellmacher den Schulanfängern zu vermitteln.

Zum Herdaer Projekt gehört aber noch viel, viel mehr. Dabei stehen die Kinder immer im Mittelpunkt. So auf den Tapetenbildern. In voller Größe legten sich die Mädchen und Jungen auf das Wandpapier und zeichneten ihre Umrisse nach. Mit Pinsel und Farbe kam noch die Kleidung hinzu. Die Bilder sind im Treppenhaus zu sehen und finden natürlich besonders das Interesse der Eltern, die dank anderer Aushänge über das Projekt regelmäßig informiert werden.

Spannend gestaltete sich außerdem das Erstellen eines kleinen Stammbaums. Wer bin ich und wer ist meine Familie, fanden die Kinder heraus. Große Augen bekamen die Kleinen beim Vergleich von Babyfotos und heutigen Aufnahmen. So habe ich mich verändert, machte diese Übung deutlich.

"Die Kinder sollen sich selbst kennenlernen. Mit dieser Erfahrung kommen sie besser in der Gruppe zurecht", erläutert Leiterin Verena Armstroff.

Spiele und Gedichte helfen, mit Gefühlen wie Angst, Wut, Trauer oder Freude umzugehen. Besonders geachtet wird darauf, dass Streitigkeiten mit Worten ausgetragen werden. Wer Bauklötze umgeworfen bekommt, lernt, mit Aufforderungen den Frieden ohne Handgreiflichkeiten herzustellen.

Und die Moral vom Mattenwettziehen: Gemeinsam sind Mädels auch stark.


Heiko Kleinschmidt / 27.03.12 / TA
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Kommentare
27.03.12 - 11:49
Sandra
Tolles Projekt! Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit, um ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln http://bit.ly/AfBcJJ
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